ARIS - Architektur Integrierter Informationssysteme

Übersicht

Das ARIS-Konzept wurde von Prof. August-Wilhelm Scheer Mitte der Neunziger Jahre entwickelt. Es beschreibt eine prozessorientierte Modellierung von betriebswirtschaftlichen Informationssystemen. Das ARIS-Konzept kann als Rahmenkonzept gesehen werden, das für den Entwurf und die Dokumentation von Prozessen verwendet werden kann.

Sichten von ARIS

Eine umfassende Prozessmodellierung kann sehr komplex sein. Deshalb führte Scheer in seinem ARIS-Konzept verschiedene Sichten ein. Diese verschiedenen Sichten konzentrieren sich auf einzelne Aspekte eines Prozesses. Die einzelnen Modelle sind übersichtlich und die jeweils geforderte Information kann kompakt und sinnvoll veranschaulicht werden. Eine deutliche Verringerung der Komplexität wird durch die zielgerichtete Betrachtungsweise erreicht. Die Sichten sind im Einzelnen:

Beschreibungsebenen

Neben den verschiedenen Sichten wurde innerhalb des ARIS-Konzepts eine weitere Dimension eingeführt. Sie beschreibt die Nähe zur Informationstechnik, also zur konkreten Implementierung. Jedes Informationssystem kann hier nach Scheer in drei Ebenen eingeteilt werden.

  • Fachkonzept - Die oberste Ebene bildet das Fachkonzept. Es ist, wie aus der Softwareentwicklung bekannt, stark von den betriebswirtschaftlich-organisatorischen Inhalten geprägt. Es dient der fachlich-semantischen Beschreibung des Systems.

  • DV-Konzept - Das DV-Konzept baut direkt auf dem Fachkonzept auf. Diese zweite Ebene liegt deutlich näher an der konkreten Implementierung, beschreibt diese aber nicht gänzlich. Vielmehr werden im DV-Konzept die relevanten Daten und deren Verarbeitung beschrieben. Prinzipiell werden in dieser Ebene die fachlichen Beschreibungen an Schnittstellen der IT angepasst.

  • Implementierung - Die dritte Ebene wird durch die Technische Implementierung gebildet. Hier werden die zuvor modellierten Ansätze tatsächlich in Form von Programmen bzw. Modulen implementiert.

Das ARIS-Konzept wird nun durch die Zusammenführung der beiden Dimensionen vervollständigt. Diese Verknüpfung von Sichten und Beschreibungsebenen führt nun zu dem bekannten ARIS-Haus, welches das ARIS-Konzept als Modell beschreibt.

das ARIS-Haus


Für die zwölf Bereiche des ARIS-Hauses wurden ganz verschiedene Modellierungs- und Beschreibungsmethoden definiert. Die Ebene des Fachkonzepts ist für die Geschäftsprozessmodellierung von größter Bedeutung, da mit Modellen dieser Ebene ein realer Weltausschnitt abgebildet wird. Weiter bilden diese Modelle die Grundlage für die weiteren Schritte bis zur konkreten Umsetzung in Software-Bausteine.

Die Ebene des Fachkonzepts erlangt die größte Bedeutung. Hier wird ein realer Weltausschnitt modelliert.

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Autor:

Matthias Neher