ARIS - Architektur Integrierter Informationssysteme
Übersicht
Das ARIS-Konzept wurde von Prof. August-Wilhelm Scheer Mitte der Neunziger Jahre entwickelt. Es beschreibt eine prozessorientierte Modellierung von betriebswirtschaftlichen Informationssystemen. Das ARIS-Konzept kann als Rahmenkonzept gesehen werden, das für den Entwurf und die Dokumentation von Prozessen verwendet werden kann.
Sichten von ARIS
Eine umfassende Prozessmodellierung kann sehr komplex sein. Deshalb führte Scheer in seinem ARIS-Konzept verschiedene Sichten ein. Diese verschiedenen Sichten konzentrieren sich auf einzelne Aspekte eines Prozesses. Die einzelnen Modelle sind übersichtlich und die jeweils geforderte Information kann kompakt und sinnvoll veranschaulicht werden. Eine deutliche Verringerung der Komplexität wird durch die zielgerichtete Betrachtungsweise erreicht. Die Sichten sind im Einzelnen:
Organisationssicht - Die Organisationsschicht gibt Einblick in die den Prozessen zu Grunde liegenden Organisationseinheiten. Hier wird in Form von Organigrammen die Aufbauorganisation modelliert.
Datensicht - Die Datensicht beschreibt das „Was?“. Sie zeigt auf, welche Daten bzw. Nachrichten in Funktionen eingehen und aus Funktionen resultieren. Die Datensicht wird mit ER-Modellen visualisiert.
Funktionssicht - Die Funktionssicht konzentriert sich auf die Funktionen im Geschäftsprozess und deren Zusammenhang. Funktionen lassen sich dabei hierarchisch gliedern. Einzelne Funktionen können in Teilfunktionen untergliedert werden. Zur Modellierung der Beziehungen von Funktionen werden Funktionsbäume verwendet.
Steuerungssicht - Die Steuerungssicht stellt die Beziehungen der verschiedenen Sichten dar. Zentrales Modellierungselement sind hier die ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK). In diesem Zusammenhang spricht man häufig auch von der Prozesssicht. Die Steuerungssicht ermöglicht weiter eine systematische Betrachtung aller Sichten. Sie wurde zum zentralen Betrachtungsgegenstand des ARIS-Modells, da sie Zusammenhänge zwischen den einzelnen Sichten in Form von EPKs erfasst und sich dadurch auf den integrierten Prozessablauf konzentriert.
BeschreibungsebenenNeben den verschiedenen Sichten wurde innerhalb des ARIS-Konzepts eine weitere Dimension eingeführt. Sie beschreibt die Nähe zur Informationstechnik, also zur konkreten Implementierung. Jedes Informationssystem kann hier nach Scheer in drei Ebenen eingeteilt werden.
Das ARIS-Konzept wird nun durch die Zusammenführung der beiden Dimensionen vervollständigt. Diese Verknüpfung von Sichten und Beschreibungsebenen führt nun zu dem bekannten ARIS-Haus, welches das ARIS-Konzept als Modell beschreibt. |
Für die zwölf Bereiche des ARIS-Hauses wurden ganz verschiedene Modellierungs- und Beschreibungsmethoden definiert. Die Ebene des Fachkonzepts ist für die Geschäftsprozessmodellierung von größter Bedeutung, da mit Modellen dieser Ebene ein realer Weltausschnitt abgebildet wird. Weiter bilden diese Modelle die Grundlage für die weiteren Schritte bis zur konkreten Umsetzung in Software-Bausteine.
Die Ebene des Fachkonzepts erlangt die größte Bedeutung. Hier wird ein realer Weltausschnitt modelliert.
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